Betriebswirt ist nicht gleich Betriebswirt. Eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt ist etwas anderes als die zum geprüften Betriebswirt und auch als der Betriebswirt IHK.
Aber was unterscheidet die Weiterbildungen voneinander? Wir zeigen es dir!
Staatlich geprüfter Betriebswirt
Der staatlich geprüfte Betriebswirt, auch bekannt als Bachelor Professional in Wirtschaft, ist ein staatlich anerkannter Abschluss. Die Weiterbildung dauert in der Regel zwischen 2 und 4 Jahren, je nachdem, ob du in Vollzeit oder Teilzeit lernst. Am Ende steht eine staatliche Prüfung, die aus schriftlichen und mündlichen Teilen besteht.
Die Weiterbildung muss dabei einen Umfang von mindestens 2400 Stunden haben.
Voraussetzungen für den staatlich geprüften Betriebswirt
- Eine erfolgreich absolvierte, kaufmännische Ausbildung und eine mindestens einjährige Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich oder
- Mindestens einen Realschulabschluss und eine mindestens fünf Jahre Berufserfahrung im kaufmännischen Sektor
Es kann sein, dass sich die Voraussetzungen je nach Bundesland etwas unterscheiden. Daher prüfe am besten vorher kurz, wie die Bestimmungen in deinem Bundesland genau aussehen. Aber in der Regel solltest du, wenn du die oben genannten Voraussetzungen erfüllst, zur Prüfung zugelassen werden.
Wenn du die Voraussetzungen nicht erfüllst, aber mit Hilfe von Zeugnissen nachweisen kannst, dass du die notwendigen Qualifikationen vorweisen kannst, ist eine Zulassung unter Umständen ebenfalls möglich.
Abschlussprüfung staatlich geprüfter Betriebswirt
Die Abschlussprüfung besteht aus folgenden Teilen:
- Schriftliche Prüfung in Form von Klausuren zu Themen wie
- Rechnungswesen
- Marketing
- Finanzwirtschaft
- Personalmanagement
- Einer Projektarbeit
- Einer Präsentation der Projektarbeit
Je nach Anbieter oder Bundesland können sich Anzahl und Inhalt der Prüfungen unterscheiden. Auch die Prüfungsdauer variiert und kann zwischen zwei Tagen und zwei Wochen liegen.
Die Prüfungen legst du entweder in deinem Institut oder in einer staatlichen Einrichtung ab, die mit deinem Bildungsinstitut zusammenarbeitet.
Zusätzlich musst du alleine oder im Team eine Projektarbeit erstellen und im Rahmen einer mündlichen Prüfung präsentieren. Ziel dieser Projektarbeit ist es, ein komplexes betriebswirtschaftliches Problem zu analysieren und es unter Anwendung deiner bisherigen beruflichen Erfahrung sowie der während der Weiterbildung erworbenen Fachkenntnisse zu lösen.
Geprüfter Betriebswirt
Dieser Abschluss ist im Gegensatz zum staatlich geprüften Betriebswirt nicht bundesweit anerkannt bzw. wird nicht staatlich geprüft. Anbieter dieser Weiterbildung können den Inhalt selbst bestimmen und nehmen die Prüfung in der Regel auch selbst ab. Du erhältst nach erfolgreicher Prüfung eine Teilnahmebescheinigung bzw. ein Zertifikat, welches deine Leistung bescheinigt.
Dennoch kann eine Weiterbildung zum geprüften Betriebswirt (ohne staatliche Prüfung) interessant sein, denn auch wenn der Abschluss nicht bundesweit anerkannt ist, lernst du doch Wichtiges für deinen Beruf und eignest dir neue Fähigkeiten an. Zudem sind nicht staatliche Weiterbildungen unter Umständen günstiger und du kannst die Weiterbildung häufig flexibler deiner persönlichen Lebenssituation anpassen.
Wenn eine staatliche Prüfung für dich nicht das ausschlaggebende Argument für eine Weiterbildung ist, sondern eher die Flexibilität oder der Inhalt, Praxisbezug o. Ä., dann ist der geprüfte Betriebswirt vielleicht das Richtige für dich.
Egal für welche Weiterbildung du dich entscheidest: Mit beiden gibst du deiner Karriere einen ordentlichen Schub! Daher informiere dich am besten jetzt über passende Lehrgänge.